Badezimmer bei Pflegebedürftigkeit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die richtige Badezimmereinrichtung bei häuslicher Pflege

 

 

Die körperliche Hygiene und die damit verbundene Pflege ist ein empfindliches Thema. Viele Pflegebedürftige, die keine Probleme damit haben, dass andere Menschen ihnen beim An- und Auskleiden helfen und ihre Nahrung zubereiten, tun sich schwer damit, körperliche Berührungen beim Waschen zu erlauben. Dabei spielt es meist keine Rolle, ob diese Arbeiten von einem nahen Verwandten, einer im Haus lebenden polnischen Pflegekraft oder einem ambulanten Dienst erledigt werden. Daher ist es wichtig, dass sich die pflegebedürftige Person so lange wie möglich so weit wie möglich autonom im Badezimmer bewegen kann.

 

 

 

 

 

 

 

Badezimmer barrierefrei ausbauen

 

Die gute Nachricht zuerst: Der barrierefreie Umbau des Badezimmers fällt unter sogenannte Wohnraumanpassungsmaßnahmen, die von den Pflegekassen mit bis zu 4.000€ pro Maßnahme bezuschusst werden. Dies umfasst zum Beispiel die Anpassung der Sitzhöhe der Toilette und des Waschtisches, sowie der Einbau einer barrierefreien Dusche ohne Rand, so dass die Dusche mit Rollator oder im Rollstuhl betreten werden kann. Auch Badewanneneinstiegshilfen und andere kleinere Hilfsmaßnahmen wie rutschfeste Bodenbeläge können finanziert werden.

 

Selbst wenn die pflegebedürftige Person aktuell noch gut ohne Rollator oder Rollstuhl zurechtkommt, sollte beides beim ersten Umbau des Badezimmers bedacht werden. Dann muss das Zimmer nicht nach einigen Jahren bei fortschreitender Pflegebedürftigkeit erneut umgebaut werden. Die Pflegekassen bezuschussen übrigens auch den Einbau eines fehlenden Badezimmers und WCs. Dies kann sehr interessant sein, wenn die pflegebedürftige Person in einem Haus mit zwei Stockwerken das Erdgeschoss zum Lebensmittelpunkt machen möchte. Das Wohnzimmer kann zusätzlich als Schlafzimmer dienen und ein zusätzliches Badezimmer eingebaut werden. Lebt eine Pflegekraft aus Polen oder einem anderen Land im Haus, genießt diese entsprechend mehr Freiraum im oberen Stockwerk. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten.

 

Was gehört zu einem barrierefreien seniorengerechten Bad?

 

Der wohl wichtigste Punkt ist das Vermeiden von Stürzen. Die Sturzgefahr ist im Badezimmer besonders hoch, wenn nasse Füße auf rutschige Fliesen stoßen. Das Verlassen der Badewanne ist mit besonders großem Risiko verbunden. Daher gehören in ein seniorengerechtes Bad:

 

  • Haltegriffe an der Badewanne
  • Eine ebenerdige Dusche
  • Eine ebenerdige Türschwelle
  • Toilette mit erhöhtem Sitz
  • Angepasster Waschtisch
  • Rutschfester Bodenbelag (z.B. Gummimatten)

 

Wird die Badewanne zu einem scheinbar unüberwindlichen Hindernis, kann eine Tür in die Badewanne eingebaut werden. Dies klingt zunächst etwas befremdlich, muss es aber nicht sein. Wie einfach es geht, zeigt dieses Vide

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Achtung Rollstuhl: Was tun bei einem kleinen Badezimmer?

 

Beim Umbau kann gleich überlegt werden, das Badezimmer rollstuhlgerecht einzurichten. Neben ebenerdigen Übergängen für die Tür und die Dusche muss dann auch eine Verbreiterung der Tür erfolgen, so dass der Rollstuhl hindurch passt.

 

Ein Problem ist, dass Badezimmer in vielen deutschen Häusern sehr klein gebaut wurden. Während das eigene Badezimmer heute als private Wellness-Oase verstanden wird, war es über Jahrzehnte hinweg kaum mehr als eine spartanische Nasszelle zur schnellen Reinigung. Dies wird zum Problem, wenn irgendwann ein Rollstuhl erforderlich ist. Die Zimmer sind dann schlicht und einfach zu klein um mit einem Rollstuhl hinein zu fahren und im Bad zu wenden. Ein Statiker kann dann prüfen, ob es möglich ist, eine Innenwand herauszunehmen und aus zwei Zimmern ein großes Badezimmer zu machen. Wo dies nicht möglich ist, bleibt nur noch die Einrichtung eines neuen rollstuhlgerechten Badezimmers.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

barrierefreies Bad