Ernährung im Alter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mangelernährung bei Pflegebedürftigen keine Seltenheit

 

Dass der Mensch mit zunehmendem Alter körperlich abbaut, ist kein Geheimnis. Da der Körper immer häufiger auf Sparflamme läuft und körperliche Bewegung bestenfalls noch aus Spaziergängen besteht, nimmt die Muskelmasse ab. Dies führt dazu, dass Senioren häufig nur wenig Appetit verspüren und weniger essen. Da der Nährstoffbedarf des Körpers jedoch unverändert hoch bleibt, drohen schnell Mangelerscheinungen.

 

Eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) stellte bereits 2013 fest, dass lediglich ein Drittel der zuhause gepflegten Senioren einen normalen Ernährungszustand aufwiesen. Bei 13% wurde eine Mangelernährung festgestellt und bei 57% ein Risiko für Mangelernährung. Besonders betroffen sind Demenzkranke, die häufig unter Flüssigkeitsmangel leiden.

 

Wie sieht eine gesunde Ernährung für Pflegebedürftige aus?

 

Die DGE kritisierte vor allem, dass sich in der Ernährung der Pflegebedürftigen die typischen Ernährungsfehler der Allgemeinbevölkerung wiederfinden: Zu viel Fleisch und Wurst und zu wenig Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Anders gesagt: Es wäre sinnvoller, dem Pflegedürftigen nicht täglich sein geliebtes Leberwurstbrot zu reichen, sondern lieber einen Apfel.

 

Pflegende Angehörige oder im Haus lebende Pflegekräfte aus Polen und anderen osteuropäischen Nationen sollten vor allem auf eine ausgewogene vitaminreiche Kost für die pflegende Person achten. Empfehlenswert sind u.a.

 

  • Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag
  • Hauptmahlzeiten mit viel Kartoffeln und Gemüse und nur wenig Fleisch
  • Täglich Milch und/oder Milchprodukte als Kalziumlieferanten
  • Mindestens einmal pro Woche Fisch
  • Vollkornprodukte statt Weißmehl

 

Bei einem größeren Mangel an wichtigen Nährstoffen wie Vitamin D, Vitamin E, Kalzium oder Folat kann auch die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels sinnvoll sein. Vitamin D wird vom Körper vor allem gebildet, wenn Sonnenlicht auf die Haut fällt. Soweit wie möglich sollten pflegedürftige Personen daher täglich Tageslicht im Freien tanken, z.B. bei Spaziergängen zu Fuß oder im Rollstuhl. Bei bettlägerigen Personen kann es sinnvoll, das Bett täglich eine Weile so zu stellen, dass Sonnenlicht durch das geöffnete Fenster fällt.

 

Kau- und Schluckbeschwerden nicht ignorieren

 

Viele pflegebedürftige Menschen leiden unter Kau- und Schluckbeschwerden. Fast automatisch vermeiden sie dann Lebensmittel, die ihnen Beschwerden verursachen. Hier könne pflegende Angehörige und polnische Pflegekräfte zuhause gegensteuern, indem sie häufiger pürierte Kost anbieten. Mit einem guten Küchenmixgerät lässt sich fast jedes Lebensmittel pürieren und mit dem Löffel verzehren. Dabei ist natürlich darauf zu achten, dass die einzelnen Lebensmittel nicht zu einer unappetitlichen Masse zerrührt werden. Sinnvoller ist es, jeden Bestandteil der Mahlzeit – zum Beispiel ein Schnitzel, Kartoffeln und Spinat – einzeln zu pürieren und in einzelnen Schüsseln auf ein Tablett zu stellen.

 

Flüssigkeitsbedarf im Alter

 

Das wohl größte Thema bei der Versorgung pflegebedürftiger Menschen ist meist Flüssigkeitsmangel. Viele Senioren "vergessen" das Trinken einfach und leiden unter Dehydration. Manche verweigern das Trinken sogar mit barschen Hinweisen darauf, keinen Durst zu verspüren. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, der pflegebedürftigen Person häufiger Suppen serviert werden. Einem Menschen immer wieder Wasser aufdrängen wollen, kann kontraproduktiv sein.

 

Pflegende Angehörige sollten über den Tag verteilt verschiedene Getränke anbieten, z.B. morgens ein Glas Saft zum Frühstück, im Sommer kalte Erfrischungsgetränke tagsüber und im Winter wärmende Heißgetränke wie Tees und Milch. Viele Senioren halten an lebenslangen Gewohnheiten fest und akzeptieren abends schon mal eher ein Glas Wein oder Bier als aufgedrängten Tee. Hier kann es sinnvoll sein, unauffällig alkoholfreie Varianten zu substituieren.

 

Tipp: Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) hat eine sehr lesenswerte Broschüre mit vielfältigen Tipps zur richtigen Ernährung für Pflegebedürftige zusammengestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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