Alzheimer
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Wie äußert sich Alzheimer?

 

Bei Alzheimer handelt es sich um eine Erkrankung des Hirns, die langsam voran schreitet. Zunächst werden von den Betroffenen kleinere Lücken beim Erinnerungsvermögen wahrgenommen. Bei einer stetigen Zunahme dieser Vergesslichkeit, die zudem den Ablauf des Tages immer mehr zu stören beginnt, kann dies ein Hinweis auf den Beginn der Alzheimer Krankheit sein.

 

Weiterhin nehmen die Symptome in dieser Art zu, dass bei Alzheimer Patienten vermehrt Gedächtnis- sowie Verhaltensstörungen auftreten. Das Verrichten alltäglicher Dinge fällt an Alzheimer erkrankten Personen mit jedem Tag schwerer. Alzheimer Patienten berichten oft von einer zunächst leichten Vergesslichkeit, die sich im Verlaufe der kommenden Jahre immer weiter steigert. Letzten Endes können Personen mit Alzheimer

 

•ihre eigene Familie nicht mehr erkennen

•kaum mehr selbstständig leben

•nicht mehr in den eigenen vier Wänden verbleiben

 

und werden über kurz oder lang zum Pflegefall. In der Regel tritt die Alzheimer Krankheit nach dem 65. Geburtstag erstmalig auf. Gelegentlich kann Alzheimer aber auch schon vorher auftreten. In den meisten Fällen sind Frauen betroffen. Begründet liegt dies darin, dass Frauen im Allgemeinen ein längeres Leben haben als Männer. Allerdings ist auch die Rede davon, dass hormonell bedingte Unterschiede hierfür verantwortlich sein könnten.

 

An den nachfolgenden ersten Zeichen kann eine Alzheimer Erkrankung erkannt werden:

 

➢Auftreten von plötzlichen Lücken des Gedächtnisses

➢Auftretende Charakterveränderungen

➢Auftreten von Zerstreutheit

➢Nachlassender Orientierungssinn

➢Schlechtes Erinnerungsvermögen an Dinge, die beispielsweise am Tag zuvor getan wurden

➢Schwierigkeiten bei der Durchführung von routinierten Tätigkeiten

➢Sich nicht mehr an gerade Gehörtem erinnern können

➢Stetiges Nachlassen des aktiven Wortschatzes

➢Stets mitten im Gespräch ein neues Thema beginnen

➢Störung des Urteilsvermögens

➢Trotz erhaltener Antwort ständig dieselbe Fragen stellen

➢Unverständnis von Sprichwörtern

➢Verlegen von Dingen an völlig unpassenden Orten

➢Zunehmende Probleme bei der Koordination von Terminen

 

Zudem können sich betroffene Patienten nur schwer an komplexere Wörter wie beispielsweise „Armbanduhr“ erinnern. Ferner treten Ängstlichkeit, Misstrauen und erhöhte Reizbarkeit auf.

 

Welche Ursachen kann Alzheimer haben?

 

Genauere Ursachen für eine Erkrankung an Alzheimer sind bislang noch unbekannt. Der Namensgeber der Krankheit, Alois Alzheimer, konnte jedoch gehäuft auftretende Eiweißablagerungen beobachten. Diese spielen offensichtlich eine entscheidende Rolle. Experten sind der Meinung, das Eiweiß namens Beta-Amyloid sei für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich. Bei einer Vielzahl der Alzheimer Patienten kommt es zur Ablagerung des Eiweißes innerhalb der Wand der kleinen Blutgefäße, wodurch deren Durchlässigkeit abnimmt. Dadurch kommt es zur Beeinträchtigung der Energie- und Sauerstoffversorgung im Gehirn.

 

Kennzeichnend für die Alzheimer Krankheit sind auch Veränderungen der Konzentration an speziellen Botenstoffen innerhalb des Gehirns. Hierzu gehören Glutamat und Acetylcholin. Diese Botenstoffe nehmen eine bedeutende Stellung im Bereich der Funktionalität von Nervenzellen und der Übertragung von Signalen zwischen den Neuronen ein. Auf Grund der Tatsache, dass die Nervenzellen in ganz unterschiedlichen Bereichen des Hirns zugrunde gehen, treten dadurch eine erhöhte Bildung von Glutamat sowie eine Unterversorgung an Acetylcholin auf.

 

Ferner zeichnen aber auch die Gene für das Entstehen von Alzheimer mit verantwortlich. Insbesondere für Verwandte ersten Grades besteht ein höheres Risiko, so dass dieses in seltenen Fällen auch an Kinder weiter vererbt werden kann. In derartigen Fällen beginnt Alzheimer bereits im Alter von 30 Jahren. Bei an Alzheimer Erkrankten in höherem Lebensalter wird von keiner Vererbung ausgegangen.

 

Darüber hinaus können auch unterschiedliche Begleiterkrankungen zur Förderung der Entstehung einer Alzheimer-Demenz beitragen. Dies können unter anderem

 

➢Arteriosklerose

➢erhöhter Blutdruck

➢erhöhter Homocystein-Wert

➢hoher Cholesterin-Spiegel

➢schlecht eingestellter Zucker bei Diabetes mellitus

 

sein. Dahingegen tragen eine Aktivierung der Gedächtniszellen in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel Kreuzworträtsel raten oder ähnliche Denkübungen sowie eine hohe Bildung maßgeblich zur Verringerung der Entstehung einer Alzheimer-Demenz bei.

 

Unklar ist bisher noch, ob Hormoneinflüsse oder entzündliche Prozesse im Bereich des Gehirns ebenfalls für die Alzheimer Erkrankungen verantwortlich sein könnten. Einigkeit herrscht bei Experten zumindest darin, dass insbesondere Personen, welche in früherer Zeit eine Schädel-Hirn-Verletzung hatten, öfters erkranken können.

 

Wie sieht die Behandlung von Alzheimer aus?

 

Für die Therapie von Alzheimer Patienten gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Vorab muss jedoch gesagt werden: eine Heilung der Erkrankung ist bislang nicht möglich. Durch die Gabe von Medikamenten und weitere begleitende Maßnahmen kann jedoch eine weiter fortschreitende Verschlechterung des Zustandes verzögert werden. Damit steht einer weiteren aktiven Teilnahme am Leben nichts entgegen. Je früher Alzheimer erkannt wird, desto besser kann eine passende Therapie und Betreuung gefunden werden. Problematisch gestaltet sich eher die oft fehlende Krankheitseinsicht von Betroffenen.

 

Das Ziel der Anstrengungen besteht im Erhalt der Alltagskompetenzen von Alzheimer Betroffenen. Neben der medikamentösen Behandlung kommen zusätzliche Therapien zum Einsatz. Geeignet sind hier insbesondere

 

➢Anwendung der Ergotherapie

➢Besuch so genannter Gedächtniskliniken

➢Nutzung der Physiotherapie

➢Psychologische Hilfen.

 

Bei all diesen begleitenden Maßnahmen ist es erforderlich, eine Förderung der von Alzheimer betroffenen Person zu erzielen und eine Überforderung zu vermeiden. Neben Physiotherapeuten stehen den Patienten Gerontologen, Neurologie wie auch Psychiater hilfreich zur Seite.

 

Bei einer Betreuung zu Hause müssen die Angehörigen mit in die Behandlung einbezogen und entsprechend geschult werden.

 

Die besten Wirkungen zeigen aktuell Medikamente wie Acetylcholinesterase-Hemmer. Diese tragen zur Verbesserung des Signalaustauschs der überlebenden Nervenzellen bei. Bei einer mäßigen bis schweren Alzheimer-Demenz kommen Memantine zum Einsatz, welche eine Überreizung der Nerven durch Glutamat verhindern. Bei beiden Arzneien handelt es sich um Wirkstoffgruppen, die gegen den Abbau der geistigen Fähigkeiten ankämpfen können. Im Bedarfsfall ist auch eine Kombination beider Medikamente möglich.

 

Ferner gibt es Präparate auf natürlicher Basis, die zur Verbesserung von Gehirnleistungen beitragen können, jedoch nicht Bestandteil einer Behandlung von Alzheimer sind. Ganz besonders der Extrakt von Ginkgo soll zu einer besseren Versorgung des Gehirns mit Zucker und Sauerstoff beitragen. Ein wissenschaftlicher Nachweis der Wirksamkeit steht jedoch noch aus.

 

In einigen Fällen macht sich auch die Gabe von Medikamenten gegen

 

➢Bewegungsstörungen ähnlich Parkinson

➢Depressionen

➢Schlafstörungen

➢Inkontinenz

➢Unruhezuständen

 

erforderlich, womit eine Linderung von begleitenden Symptomen der Alzheimer Erkrankung erzielt werden kann.

 

Wie geht man als Betroffener am besten mit Alzheimer um?

 

Den betroffenen Personen wird empfohlen, sich viel zu bewegen. Bereits eine halbe Stunde pro Tag genügt, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Ferner empfiehlt es sich, gesunde Getränke zu sich zu nehmen. Dies sind unter anderem

 

➢Gemüsesäfte

➢Obstsäfte

➢Tee

➢Wasser.

 

Hiervon sollten wenigstens 1,5 Liter pro Tag auf dem Plan stehen. Sofern das Gehirn keine ausreichende Flüssigkeit erhält, wird seine Leistungsfähigkeit stetig abnehmen. Sogar ein Glas Rotwein und bis zu fünf Tassen Kaffee können pro Tag getrunken werden. Ein Übermaß an Alkohol hingegen sollte vermieden werden, da dieses zur Schädigung des Gehirns führt.

 

Bei der Nahrungsaufnahme ist es von enormer Bedeutung, achtsam zu essen. Insbesondere die mediterrane Küche hilft das Risiko an Alzheimer zu erkranken zu reduzieren. Neben einer gesunden Ernährung eignet sich die sportliche Betätigung zur Verringerung einer Gewichtszunahme. Ein zu hohes Körpergewicht kann zur Steigerung des Risikos, an einer Alzheimer Demenz zu erkranken, beitragen.

 

Neben Sport braucht aber auch der Geist Bewegung. Dies kann auch spielerisch erfolgen, indem Betroffene beispielsweise Schach oder Karten spielen, viel lesen oder auch Museen besuchen.

 

Nicht zu vergessen: Kontakte pflegen. Denn auch Freunde sorgen dafür, dass Alzheimer Erkrankte im Kopf fit bleiben. Wer allein lebt, hat ein erhöhtes Risiko zu erkranken.

 

Auf das Rauchen sollte möglichst verzichtet werden. Rauchen ist nicht nur für die Lunge ungesund. Aktuelle Studien haben gezeigt, dass Raucher mit 170 % mehr gefährdet sind, an einer Demenz zu erkranken.

 

Ferner ist es wichtig, auf den Blutdruck sowie den Blutzuckerspiegel zu achten. Beide Faktoren tragen zur Schädigung des Gehirns bei.

 

Wertvolle Tipps für Familienangehörige der Patienten mit Alzheimer

 

Wer in seiner Familie eine Person mit Alzheimer pflegt oder betreut, trägt eine sehr große Verantwortung. Hierbei ist es von Bedeutung, dass sich Familienangehörige umfangreich über das Krankheitsbild und dessen Auswirkungen informieren. Im weiteren Verlauf der Krankheit kann es zu Verhaltensveränderung der betroffenen Person kommen. Schließlich kann es geschehen, dass Betroffene ihren eigenen Partner oder ihre Kinder nicht mehr erkennen können, was für die Angehörigen mitunter eine starke Belastung darstellt.

 

Folgende Tipps können den Umgang mit von Alzheimer Betroffenen erleichtern:

 

→Anschuldigungen möglichst überhören und nicht persönlich nehmen

→Betroffene immer ernst nehmen, ihnen gegenüber Respekt zeigen

→Langsam, jedoch deutlich bestimmt sprechen

→Gesprochenes durch Gestik und Mimik unterstreichen

→Für einen festen Tagesablauf sorgen

→Für gemeinsame Erlebnisse sorgen – beispielsweise Basteln, Malen, Spaziergänge

→Geduldig, ruhig und verständnisvoll sein

→Keine Diskussionen führen

→Loben von selbstständigen Handlungen

→So wenig Veränderungen wie nur möglich im unmittelbaren Umfeld des Betroffenen

→Verbliebene Fähigkeiten des Kranken nutzen, ohne diese zu überfordern

→Vermeidung von Gedränge, Aufregung und Lärm

→Wert auf gesunde Ernährung, Körperhygiene legen

→Wichtige Informationen wiederholen

 

Wichtig ist auch, dass Familienangehörige die von Alzheimer betroffene Person in den Alltag integrieren und dieser ein Gefühl von Zugehörigkeit geben. Dazu gehört auch das Sprechen mit der Person und mitteilen von gemeinsam Erlebten in der Vergangenheit.

 

Eine Liste mit sehr wichtigen Telefonnummern für eventuelle Notfälle sollte immer bereit liegen.

 

Allerdings sollten sich Familienangehörige von Alzheimer Patienten auch nicht selbst vergessen und für genügend Ausgleich sorgen, zum Beispiel eigene Hobbys pflegen. Um neuen Mut zu schöpfen empfiehlt es sich außerdem, sich Hilfe zu suchen, die es unter anderem in Selbsthilfegruppen gibt.

 

Weitere Informationen zum Thema Alzheimer finden Sie hier: http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/alzheimer-erkrankung/was-ist-alzheimer/