Demenz
Demenz

Wie äußert sich eine Demenz?

 

Zu Beginn der Erkrankung macht sich eine Demenz schleichend bemerkbar, sodass die beginnende Demenzerkrankung zunächst nicht als solche erkennbar ist. Falls die Demenzerkrankung doch festgestellt wird, wird sie nicht als solche wahrgenommen. Derartige Irrtümer hängen damit zusammen, dass eine Demenzerkrankung nicht immer mit Störungen des Gedächtnisses beginnt. Erste Anzeichen dieser degenerativen Demenzerkrankung sind in einer Energie- und Kraftlosigkeit zu finden. Ferner weisen Demenzpatienten nachlassendes Interesse an neuen Aufgaben auf. Sie verlieren ihren Antrieb und ziehen sich schließlich immer mehr zurück. Ein typischer Demenzpatient ist stets bemüht, seine Probleme der Umwelt nicht zu offenbaren.

 

Weitere Anzeichen für eine Demenzerkrankung sind in

 

•Durcheinanderbringen von täglichen Erledigungen

•einer leichten Verwirrtheit

 

zu erkennen.

 

Als mögliche Warnhinweise für eine beginnende Demenzerkrankung zählen unter anderem

 

•eingeschränkte Urteilsfähigkeit

•kaum noch vorhandene Eigeninitiative

•Schwierigkeiten beim abstrakten Denken

•Schwierigkeiten mit der Orientierung

•Stimmungsschwankungen

•Probleme, gewohnte Handlungen auszuführen

•Probleme mit der Sprache

•Veränderungen der Persönlichkeit

•Vergessen von Gegenständen

•Verhaltensänderungen

 

Welche Ursachen kann eine Demenz haben?

 

Die Ursachen für die neuroligische Erkrankung des Hirns können unterschiedlicher Natur sein. Es gibt verschiedene Demenzformen. In einer Vielzahl der Fälle handelt es sich bei Demenzpatienten um eine primäre Demenz. Dies bedeutet, dass der Demenzpatient aus Gründen dement ist, welche ihren Ursprung im Bereich der Nervenzellen respektive des Gehirns haben. Sehr oft hat eine Demenzerkrankung ihren Ursprung in einer Alzheimererkrankung. Diese geht mit einem Schwund der Nervenzellen einher. Rund die Hälfte aller Demenzpatienten leiden unter einer reinen Alzheimer-Demenz.

 

Eine der zweithäufigsten Demenzformen ist die reine Demenz. Sie tritt mit einem 15 %igen Anteil der wesentlich selteneren vaskulären Demenz auf. Eine vaskuläre Demenz entwickelt sich auf der Basis von Störungen in der Durchblutung. Charakteristisch hierfür sind Symptome ähnlich eines Schlaganfalls sowie plötzlich auftretende Verschlechterungen im Bereich des Hirns. Die Ursachen für eine vaskuläre Demenz können durch einen Schlaganfall oder einer Arteriosklerose ausgelöst werden.

 

Ferner gibt es jedoch auch Mischformen von vaskulärer Demenz und Alzheimer sowie die sekundäre Demenz. Für die sekundäre Demenz liegen die Ursachen in

 

→einer AIDS-Erkrankung

→einer vorliegenden Depression

→einer Drogenvergiftung

→einem Mangel an Sauerstoff

→einem Wasserkopf

→Erkrankungen des Stoffwechsels, wie beispielsweise Diabetes mellitus oder Störungen im Bereich der Schilddrüse

 

begründet.

 

Wie sieht die Behandlung einer Demenz aus?

 

Geheilt werden kann eine Demenzerkrankung in den meisten Fällen derzeit noch nicht. Jedoch kann der Abbau des Hirns aufgehalten werden. Sofern die verminderte geistige Leistungsfähigkeit aus einer anderen Erkrankung resultiert, wie das unter anderem bei einer Störung des Hirnstoffwechsels, eines Hirntumors oder einer schweren Depression der Fall ist, kann eine Therapie der Demenz mit gutem Erfolg durchgeführt werden. In diesen Fällen ist es erforderlich, die Grunderkrankung zu behandeln.

 

Im Rahmen einer Behandlung der Demenz geht es zunächst einmal darum, den Alltag für eine möglichst lange Zeit selbständig bewältigen zu können. In speziellen Einrichtungen, wie dies zum Beispiel in Tageskliniken möglich ist, wird zu diesem Zwecke ein besonderes Hirnleistungstraining eingesetzt. Das Ziel dieser Behandlungsform besteht in der Schaffung einer festen Tagesstruktur, welche dem Demenzpatienten bei der Findung einer besseren Orientierung behilflich ist.

 

Eine weitere Behandlungsmöglichkeit einer Demenzerkrankung besteht in der Gabe von Medikamenten. Diese kommen stets abhängig von der jeweils vorliegenden Ursache für die Demenzerkrankung zum Einsatz. Das Ziel der Medikamente besteht in der Verzögerung des Fortschreitens der Demenz oder eines kurzfristigen Stillstands der Erkrankung. Die Inhaltsstoffe zeigen individuelle Wirkungen. In jedem Fall ist der Behandlungsversuch einer Demenzerkrankung empfehlenswert, auch für den Fall, dass keine wesentlichen Veränderungen eintreten. Eine Demenz schreitet ständig fort, so dass es bereits einen Erfolg darstellt, wenn diese sich nicht weiter verschlimmert.

 

Neben allgemein üblichen Medikamenten chemischer Natur gibt es auch zahlreiche Produkte rein natürlichen Ursprungs, wie beispielsweise Auszüge aus dem Ginkgo-Baum. Dank der durchblutungsfördernden Wirkung wird das Gehirn wesentlich besser mit Zucker und Sauerstoff versorgt, was sich positiv auf die Therapie einer Demenz auswirkt.

 

Aber auch bestimmte Medikamente, die für gewöhnlich bei Depressionen, gegen Schlafstörungen, Unruhezuständen oder Bewegungsstörungen ähnlich Parkinson eingesetzt werden, tragen maßgeblich zur Bekämpfung von Begleitsymptomen einer Demenz bei. Jedoch macht sich ein Beobachten der Wirksamkeit derartiger Medikamente erforderlich, da bei einigen Demenzformen diese zu einer Verstärkung der inneren Unruhe beitragen können.

 

Wird eine Demenz medikamentös therapiert, müssen in regelmäßigen Abständen Kontrolluntersuchungen stattfinden. Diese dienen den behandelnden Ärzten zur

 

•Mitverfolgung von Therapieerfolgen

•Unterstützung von pflegenden Angehörigen.

 

Wie geht man als Betroffener am besten mit Demenz um?

 

Innerhalb der ersten Wochen nach der Diagnosestellung Demenz haben zahlreiche Betroffene Probleme, mit der neuen Situation umzugehen. Nach einer relativ kurzen Zeit bemerken Demenzpatienten jedoch, dass es einen Weg gibt, trotz der Demenz das Leben weiter zu führen. Am besten gehen von Demenz Betroffene offen mit ihrer Krankheit um. Es wird empfohlen, sich genau die Hilfe zu suchen, die benötigt wird. Die Gestaltung der Freizeit und des alltäglichen Lebens wird von nun an von vielen Demenzkranken wesentlich bewusster erlebt.

 

Wer im Frühstadium an Demenz erkrankt ist, behält am besten seine Orientierungsfähigkeit, wenn er

 

→Hilfen annimmt

→seine bisherigen Hobbys und Interessen weiterhin pflegt

→seinen Tag gut strukturiert

→sich neue Beschäftigungen sucht

→sportlichen Betätigungen nachgeht

→unter Menschen geht.

 

 

Dadurch erfährt der Demenzpatient mehr Sicherheit und kann seinen Alltag so weit wie möglich selbständig bewältigen. Durch die Pflege von Hobbys bleibt der Demenzpatient leistungsfähig und fühlt sich ausgeglichen. Das Treiben von Sport wirkt vorbeugend gegen Depressionen und dem Auftreten nächtlicher Unruhezustände.

 

Personen, die an Demenz leiden, bemerken nicht selten, dass sich neben dem Gedächtnis auch das Hunger- und Durstgefühl sowie der Geschmackssinn verändert. Damit sich die Demenz auf Grund der Ernährung und einer körperlichen Schwäche nicht weiter verschlechtert, sollten Betroffene stets darauf achten, dass sie genügend trinken und sich ausgewogen ernähren. Für die Nahrungsaufnahme empfiehlt es sich, feste Zeiten einzuplanen.

 

Nicht selten erwägen Patienten mit einer Demenzerkrankung, ihren Job aufzugeben. Stattdessen sollten Betroffene einen Schwerbehindertenausweis beantragen und sich gut beraten lassen. In der Regel besteht die Möglichkeit, eine andere Tätigkeit zu übernehmen, die der veränderten Lebenssituation entspricht.

 

 

Wertvolle Tipps für Familienangehörige der Patienten mit Demenz

 

Wer einen Menschen, der an Demenz erkrankt ist, pflegen muss, hat es mitunter nicht einfach. Hilfreich im Umgang mit Demenzkranken ist es, offen mit dieser Erkrankung umzugehen und sich ausführlich über Demenz zu informieren. Regionale Selbsthilfegruppe und Beratungsstellen sind gern behilflich, sofern pflegende Familienangehörige Hilfe bei der Betreuung einer an Demenz erkrankten Person benötigen. Ferner können

 

Ambulante Dienste

→Ehrenamtlich tätige Helfer/innen

→Verschiedene Tageseinrichtungen

 

hierbei behilflich sein.

 

Wichtig für Familienangehörige von Demenzpatienten ist es zu wissen, dass eine Demenzerkrankung zur Erhöhung von möglichen Schadensfällen beiträgt.

 

Bei der ganzen Fürsorge für den Demenzpatienten sollten Angehörige jedoch nicht sich selbst vergessen. Sofern es Familienangehörigen einmal zu viel wird mit der Pflege, sollten sie sich nicht scheuen, gelegentlich die Hilfe einer Kurzzeitpflege oder langfristig die Unterstützung in Form von einer häuslichen Pflege in Anspruch zu nehmen. Eine große Hilfe stellt auch der Austausch mit anderen Menschen dar, die sich in einer ähnlichen Situation befinden und selbst eine an Demenz erkrankte Person pflegen.

 

Damit der Demenzpatient trotz seiner Krankheit noch schöne Momente in seinem Leben hat, hat sich die so genannte Biographiearbeit bewährt. Durch das gemeinsame Anschauen älterer Fotos können auch bei der an einer Demenz erkrankten Person mitunter noch Erinnerungen an die Vergangenheit wachgerufen werden.

 

Ferner ist es von Bedeutung, wenn pflegende Angehörige auf eine gesunde und vitaminreiche Ernährung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr der dementen Person achten. Auch der behandelnde Arzt des Demenzpatienten kann mit entsprechenden Tipps hilfreich zur Seite stehen.

 

 

 

 

Quelle: http://www.onmeda.de/krankheiten/demenz.html