Pflegeberufegesetz verabschiedet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neue generalistische Pflegeausbildung kommt 2020

 

Nach mehr als fünf Jahren Diskussion und ungeachtet der heftigen Kritik verabschiedete der Bundestag in der vergangenen Woche das sogenannte Pflegeberufegesetz. Dieses sieht eine Neuregelung der Pflegeausbildung ab 1. Januar 2020 vor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die wichtigste Änderung ist die generalistische Pflegeausbildung in den ersten beiden Ausbildungsjahren. Junge Menschen, die in der Pflege tätig werden möchten, mussten sich bislang direkt zum Ausbildungsbeginn auf einen der drei Bereiche Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege festlegen. Ab 2020 werden alle angehenden Pflegekräfte in den ersten beiden Jahren gemeinsam ausgebildet. Im dritten Jahr können die Auszubildenden dann selbst wählen, ob sie einen generalistischen Abschluss erwerben möchten oder eine Vertiefung als "Altenpfleger/in" oder "Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in" wählen. Alle Azubis schließen die Ausbildung mit dem neuen Berufsabschluss "Pflegefachfrau/mann" ab.

 

Die Regierung erhofft sich davon vor allem eine Stärkung der Altenpflege, die am stärksten vom Fachkräftemängel betroffen ist. Pflegekräfte könnten in Zukunft einfacher zwischen verschiedenen Pflegeeinrichtungen wechseln. Die vom Familienministerium zusammengestellte Broschüre zum neuen Pflegeberufegesetz verspricht zusätzliche Wechsel-, Einsatz- und Aufstiegsmöglichkeiten für alle Fachkräfte. Bis zur Einführung der neuen Ausbildung sollen nun die Lehrpläne überarbeitet werden.

 

Schulgeld wird endgültig abgeschafft

 

Eine schreiende Ungerechtigkeit der bisherigen Ausbildung wird mit dem neuen Gesetz endgültig abgeschafft: Das zur Zeit in vier Bundesländern noch geforderte Schulgeld für die Pflegeausbildung wird gestrichen. Stattdessen sollen alle Auszubildenden flächendeckend eine Vergütung erhalten. Auch dadurch soll der Pflegeberuf attraktiver gemacht werden. Gerade die Zahlung von Schulgeld für einen später eher schlecht bezahlten Beruf stellte für viele Interessenten eine enorme Hürde dar. Zur Finanzierung der Ausbildung wird ein entsprechender Ausbildungsfonds gegründet.

 

Pflegestudium kommt

 

Ergänzend zur beruflichen Pflegeausbildung wird es in Zukunft auch möglich sein, ein Pflegestudium aufzunehmen. Das Studium ist auf mindestens drei Jahre ausgelegt und schließt mit der Verleihung eines akademischen Grades ab. Wie sich das Studium konkret von der Ausbildung unterscheidet, ist derzeit noch unklar. Die Regierung spricht vage von neuen Karrieremöglichkeiten und der Ansprache neuer Zielgruppen.

 

Bei Verbänden und Pflegeexperten stößt das in dieser Form verabschiedete Gesetz auf wenig Begeisterung. Kritisiert wurde vor allem, dass die Altenpflege und die Kinderkrankenpflege noch immer schlechter gestellt sind als die klassische Krankenpflege. Der Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe fürchtet sogar, dass europäische Mindeststandards unterlaufen werden. Der Bundesrat muss das neue Pflegeberufegesetz noch absegnen. Ob dies noch vor der Sommerpause geschieht, ist unklar.gehörige der jüngeren Generation müssen sich dies erst einmal bewusst machen um zu verstehen, warum Senioren häufig sehr ablehnend reagieren.

 

Dazu kommen allgemeine Schamgefühle über die zunehmende Abhängigkeit von anderen Personen. Wer es über viele Jahre gewohnt war, alle selbst zu erledigen und nicht auf andere angewiesen zu sein, tut sich schwer mit dem Gefühl des Ausgeliefertseins. Erwachsenen Kindern fällt es oft nicht leicht, ihre Eltern schwach und bedürftig zu sehen und in ihre Intimsphäre einzudringen. Beratung, Offenheit und Vertrauen sind wichtige Faktoren um diese Probleme gemeinsam zu überwinden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pflegeberufegesetz