Pflegekräfte stark belastet

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Pflegekräfte in Seniorenheimen am stärksten belastet

 

 

Eine Online-Befragung unter 240 Pflegekräften, die DocCheck im Auftrag der Asklepios-Kliniken durchführte, brachte zutage, dass mehr als die Hälfte aller Pflegekräfte unter körperlichen Beschwerden leidet, ein Drittel unter psychischen Problemen. Besonders betroffen sind die Pflegekräfte in Senioren- und Pflegeheimen: Bei ihnen gaben 60 Prozent körperliche Symptome und 46 Prozent psychische Symptome an. Zum Vergleich: Unter den Angestellten der Kliniken waren es lediglich 39 Prozent (körperliche Symptome) und 18 Prozent (psychische Symptome). Dazwischen nannten Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten Werte von 59 bzw. 34 Prozent

 

Zu wenig Zeit für einzelne Bewohner

 

Am meisten leidet das Personal in Pflegeheimen darunter, zu wenig Zeit für einzelne Bewohner zu haben: 51 Prozent fühlten sich davon am meisten belastet. Dahinter folgte die allgemeine Arbeitsverdichtung als Problem. Ambulante Pflegekräfte ärgerten sich dagegen vor allem über Bürokratie und Dokumentationspflichten.

 

Besorgniserregend auch die Tatsache, dass nur 68 Prozent der in Senioren- und Pflegeheimen tätigen Mitarbeiter angaben, sie könnten nach der Arbeit gut abschalten. Beim Klinikpersonal waren dies immerhin 79 Prozent, beim ambulanten Dienst dagegen nur 66 Prozent. Auf der Wunschliste des Pflegepersonals stehen mehr Zeitreserven für Notfälle und unvorhergesehen Ereignisse ganz oben. Kein Wunder, rührt dies doch am Grundproblem der Pflege in Deutschland: Dem allgemeinen Personalmangel in der Branche. Die vollständigen Ergebnisse der Studie können hier nachgelesen werden.

 

Mehr Geld bis 2020 für Pflegekräfte

 

Ein schwacher Trost dürfte es für Pflegekräfte sein, dass ihr Mindestlohn nun bis Anfang 2020 in mehreren Schritten von 10,20 EUR auf 11,35 EUR (West), bzw. von 9,50 EUR auf 10,85 EUR (Ost) erhöht werden soll. Dies geht aus einer Verordnung von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hervor, die nun dem Bundeskabinett vorgelegt wird.

Ob der Pflegeberuf dadurch attraktiver wird, bleibt abzuwarten. Noch immer fühlen sich viele Jugendliche durch die Kombination aus schlechter Bezahlung und enorm hoher Arbeitsbelastung abgeschreckt und entscheiden sich im Zweifelsfall für einen anderen Berufsweg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Burnout bei Pflegepersonal