Schamgefühle in der Pflege

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neuer Ratgeber für den Umgang mit Schamgefühlen in der Pflege

 

 

 

 

 

Wer Angehörige pflegt, muss in der Regel zunächst einmal lernen, das eigene Schamgefühl – und das des pflegebedürftigen Angehörigen – zu überwinden. Schließlich ist es eine Sache, dem eigenen Kleinkind nach der Benutzung des Töpfchens den Hintern abzuwischen, aber eine ganz andere, dies bei einem erwachsenen Menschen zu tun.

 

Um pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen bei diesem heiklen Punkt zu unterstützen, hat das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) nun einen neuen Ratgeber "Umgang mit Scham – Praxistipps für pflegende Angehörige" herausgebracht. Der Ratgeber ist übersichtlich in zwei Teile unterteilt: Im ersten Teil wird erläutert, was Scham überhaupt ist und wie sie zum Ausdruck kommt. Wer die soziokulturellen Hintergründe versteht, tut sich leichter im Umgang mit Schamgefühlen.

 

Der zweite Teil gibt praktische Ratschläge zu diesem heiklen Thema.

Pflegebedürftige können sich hier informieren, wie sie ihr Selbstwertegefühl bewahren, auch wenn sie plötzlich auf Hilfe in sehr privaten Bereichen angewiesen sind. Angehörige lernen, wie sie mit Schamgrenzen umgehen. Weiterhin listet der Ratgeber Ansprechpartner um weitere Hilfe zu erhalten.

 

Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP, hofft, mit dem Ratgeber vor allem das Verhältnis zwischen pflegedürftigen Eltern und pflegenden Kindern zu entspannen. Der Ratgeber kann kostenlos unter folgendem Link bei der ZQP heruntergeladen werden oder in gedruckter Form per E-Mail angefordert werden:

 

Ratgeber kostenlos anfordern

 

 

 

Scham und Tabus in der westlichen Gesellschaft

 

Man muss der täglichen Berichterstattung in den Medien über zunehmende Schamlosigkeit und ein immer tiefer sinkendes Niveau gar nicht folgen um zu wissen, dass sich die Schamgrenzen in den letzten Jahrzehnten enorm verändert haben. Die heutige pflegebedürftige Seniorengeneration wuchs noch in einer Zeit auf, in der zahlreiche Tabus gepflegt wurden. Über intime Dinge und Probleme zu sprechen, war kaum üblich. Pflegende Angehörige der jüngeren Generation müssen sich dies erst einmal bewusst machen um zu verstehen, warum Senioren häufig sehr ablehnend reagieren.

 

Dazu kommen allgemeine Schamgefühle über die zunehmende Abhängigkeit von anderen Personen. Wer es über viele Jahre gewohnt war, alle selbst zu erledigen und nicht auf andere angewiesen zu sein, tut sich schwer mit dem Gefühl des Ausgeliefertseins. Erwachsenen Kindern fällt es oft nicht leicht, ihre Eltern schwach und bedürftig zu sehen und in ihre Intimsphäre einzudringen. Beratung, Offenheit und Vertrauen sind wichtige Faktoren um diese Probleme gemeinsam zu überwinden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schamgefühl in der Pflege